Barbara C. Schulze

 „BOOTE DER ERINNERUNG“


Eine kreative Auseinandersetzung mit Erlebnissen um Ankunft und Abschied, um Beginn und Ende, Geburt und Tod vor dem Hintergrund unterschiedlicher Kulturen und Religionen.

Mit 24 SchülerInnen einer 5. Klasse der Scharmützelsee-Grundschule wurde in der Jugendkunstschule Schöneberg/Tempelhof an vier Tagen die Objektinstallation „Boote der Erinnerung“ angefertigt.

DER FLUSS:
Als Einstieg wurden die SchülerInnen mit der Vielfalt unterschiedlicher religiöser Zeichenwelten vertraut gemacht. Dabei wurden verschiedene religiöse Rituale und Symbole im Umgang mit Geburt und Sterben in Geschichten und Bildern angesprochen.
Der gemeinsamer Austausch über deren Aufgabe und Bedeutung in der jeweiligen Religion (Bilderverbot in im Islam, Bildsprache wie z.B. Palmzweig, Fisch, Kelch bei den Christen) machte Gemeinsamkeiten und Unterschiede sichtbar.
Die christlichen Symbole wurden auf den 7 Meter langen und 40 cm breiten Fluss aus Stoff gemalt. Der Fluss wurde zudem von beiden Seiten mit islamische Ornamentik umfasst.
Im zweiten Schritt erzählten die SchülerInnen von eigenen Erlebnissen: Geburtstag, das neue Jahr, Ankunft eines Geschwisterkindes, Umzug, Schulklassenwechsel, Tod eines Haustieres. Tod im Fernsehen. Tod in der Familie.
Jetzt ging es darum, eigene Symbole für die erzählten Ereignisse zu finden. Diese individuellen Symbole wurden auf Papier vorgezeichnet, dann mit einem Pinsel auf Papier gemalt und im 3. Schritt auf den Fluss des Lebens aufgetragen.
Nachdem alle Symbole auf den Fluss übertragen worden waren, wurde der Fluss mit leuchtendem Blau ausgemalt.

DAS BOOT:
Aus unterschiedlichen Holzbrettchen wurde durch Sägen, Raspeln und Schleifen ein einfacher Bootskörper (ca. 20 cm X 5 cm X 10 cm) gebaut, geklebt und mit einigen, wenigen Details versehen. Anschließend wurde der Segelmast zugeschnitten und in eine Bohrung im Schiffskörper gesteckt.
Die geglättete Oberfläche wurde mit weißem Mattlack behandelt. Vorn am Bug schrieb jeder Schüler links und rechts seinen Namen.

DAS SEGEL:
Wahrnehmen, Erinnern und Benennen. Mit einfachen Schreibspielen wurde sich dem Thema Ankunft und Abschied, Geburt und Tod angenähert. Die Übungen führten vom Brainstorming zu einem Buchstaben und zum Begriff Sterben, über Achrostichons zum eigenen Namen und zu Anfang - Abschied, hin zu einer Geschichte über Beginn und Ende. Diese Geschichte verdichteten die SchülerInnen dann zu einem „Elfchen“, das auf die ausgeschnittenen Segelflächen aus Stoff übertragen wurde.
Das Datum der Geschichte wurde - in der selben Farbe wie der Text auf dem Segel und der Name am Bug - auf das Heck des Bootes geschrieben.

Zum Abschluss wurde noch einmal der fertig gemalte „Symbol-Fluss“ aus Stoff ausgelegt und die einzelnen Schiffchen darauf gruppiert als: Boote der Erinnerung auf dem Fluss des Lebens.


Sabine Schuberth, Barbara C. Schulze, Elke Verbnik

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