das Leben lassen - Bilder des Übergangs
Ausstellung - Gespräche - Musik - Performances - Literatur - Werkstätten mit Schülern - Werkstattseminare mit Älteren
LILLI BANTEL - RICO FEDERLE - ARNE GROH - THOMAS KLEINSCHMIDT - JIRKA PLACHY - JELKE PLATE - SABINE SCHUBERT - BARBARA C. SCHULZE - ELKE VERBNIK - SIMONE WOLTER - SABE WUNSCH - ZETTELMANN
Über den Tod nachdenken heißt: sich eine Pause gönnen, in der einem klar werden kann, was Lebensqualität ausmacht. Und es heißt auch: über das Leben nachdenken. Die Kunst des Sterbens „ars moriendi“ und die Kunst zu leben „ars vivendi“ gehören zusammen.
Häberle: „Pfleiderer, ich sag Ihnen: Sie müssen ein anderer Mensch werde. Sie müssen in sich gehen.“ Pfleiderer: „Wohin?“ Häberle: „In sich.“ Pfleiderer (jammernd): „O noi, des isch mir zu weit.“
Die Ausstellung zeigt Bilder, Objekte, Fotografien, Videos und Installationen von 12 KünstlerInnen, die sich mit diesen Übergangssituationen auseinandersetzen. Übergänge spielten in der Menschheitsgeschichte stets eine wichtige Rolle! Riten und Mythen zeugen davon. Es war schon immer das Bedürfnis von Menschen, sich das Ende, den Tod vorstellbar zu machen, das Unvorstellbare begrifflich zu fassen. Media vita in morte sumus: Mitten im Leben sind wir vom Tod umgeben. Hier setzte die Kunst ein, und hier werden die Arbeiten für die Ausstellung verortet sein: Transformation der Gedanken und Gefühle zum Thema Abschied und Anfang, Ende, Sterben, Tod und Neubeginn, eine Verwandlungen ins Sichtbare, Objekthafte, Begreifbare.
Das Paradox: einerseits wird kaum über Sterben und Tod geredet, andererseits ist der spektakuläre Tod das Medienereignis Nr. 1 und allgegenwärtig, ob nun im Unterhaltungsprogramm oder in den Nachrichten. Fünfzehnjährige haben in den Medien, in den Computerspielen schon tausende von Menschen sterben sehen, aber fast noch nie in der Realität. Bei Erwachsenen ist es ähnlich. In den Medien absolut präsent, im eigenen Leben ausgeblendet. Ein seltsamer Widerspruch. Die Arbeiten der 12 KünstlerInnen werden extra für die Ausstellung entwickelt. Im Vorfeld sind bereits Gedichte und Geschichten in den Schreibwerkstätten "Gevatter Tod erzählt", "Immer wieder", "Das Leben als Reise" im Programm des dritter Frühling e. V. entstanden. Und in Zusammenarbeit mit der Jugendkunstschule Schöneberg-Tempelhof fand der Schülerworkshop "Boote der Erinnerung" statt. Die Ergebnisse werden in der Ausstellung präsentiert. Ein Workshop- und Veranstaltungsprogramm wird die Ausstellung begleiten. Sechs der KünstlerInnen werden Workshops anleiten. zwei Friedhofsexkursionen, ein Hang-Konzert und zwei Gesprächsabende. Ziel dieses Projektes ist es, den eigenen Gefühlen und Fragen eine Gestalt zu geben. Vom Virtuellen zum Begreifbaren. Eigene Symbole für Abschied und Sterben zu finden. Für die Ausstellung wird in einem vorbereitenden Workshop mit den Schülern der 4. - 6. Klasse die unterschiedlichen „Gesichter des Todes“ aufgezeichnet. Welche Bilder haben sich unbewusst eingebrannt, sind fixiert? Die auf Papier gezeichneten Gesichter und Gestalten werden als „Kinder-Buch“ Teil der Ausstellung sein. Zum anderen werden „Trost-Sätze“ farbenkräftig auf Leinwand gemalt. Was kann trösten? Was hat mich getröstet? Diese Sätze sind ebenfalls Teil der Ausstellung, und werden zudem durch die stattfindenden Schüler- und Erwachsenen-Workshops während der Ausstellung ständig erweitert.
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